Bienen: Wenn sie stechen, ist das ihr Ende. Foto: pixabay.com / Oldiefan

Allergien und Insekten: Wahrheit und Mythen über die Plagegeister

Kaum wird der Obstkuchen beim Picknick im Grünen ausgepackt, dauert es nicht lange und sie kommen in Scharen angeflogen: Wespen, Bienen und Co. Einige Menschen reagieren mit Angst und hektischem Händefuchteln auf die Tiere, die nicht zu den beliebtesten Lebewesen gehören. Nicht verwunderlich, denn was der Volksmund über die Insekten sagt, kann einem auch durchaus Angst einjagen. Doch nicht alles, was erzählt wird, ist richtig. Wir klären auf, welche Wahrheiten hinter den Mythen stecken.

 

Bienen

Bienen sind eher braun-orange als schwarz-gelb und zeichnen sich durch ihren „Pelz“ aus. Sie sind friedfertige Wesen. Bienen stechen Menschen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Denn in der Regel bleibt ihr Stachel in unserer Haut stecken, und das bedeutet für die Biene meistens den Tod.

 

Wespen

Wespen sind an ihrer schwarz-gelben Färbung und der „Wespentaille“ zu erkennen. Wichtig: Niemals anpusten, denn das Kohlendioxid im Atem macht die Insekten aggressiv. Ihr Gift kann eine potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktion auslösen. Knapp 70 Prozent der Insektengiftallergien werden durch Wespen ausgelöst. Einen Stich vermeidet man am besten, indem man Ruhe bewahrt.

 

Hummeln

Die Hummel kann mathematisch gesehen nicht fliegen, aber sie weiß das nicht, und fliegt trotzdem – dieses „Hummel-Paradoxon“ hält sich hartnäckig. Verglichen mit Flugzeugtragflächen stimmt das auch. Aber eine Hummel ist kein Flugzeug, ihre Flügel sind gekrümmt und bewegen sich – so kann sie fliegen.

Auch zu glauben, sie würde nicht stechen, ist falsch: Hummeln setzen diese Waffe aber noch seltener ein als Bienen.

 

Hornissen

Hornissen sind mit knapp drei cm Länge größer als die meisten anderen Insekten. Das macht sie jedoch nicht gefährlicher. Ihre Stiche sind zwar schmerzhaft, aber nicht giftiger als Wespenstiche. Der Spruch „Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd“ ist also ein Mythos.

 

Mücken

Im Unterschied zu Hornissen, Bienen, Wespen und Hummeln stechen Mücken nicht zur Verteidigung. Sie setzen auch keinen Stachel ein, sondern nutzen ihren Rüssel, um an das Blut von Menschen zu kommen. Anders als weitläufig angenommen spielt bei der Wahl des Wirts nicht der Geschmack des Bluts, sondern der Körpergeruch eine Rolle.

Kaum zu glauben, die Stechmücke ist der unrühmliche Sieger bei den Todesfällen, die durch Tiere verursacht werden: fast eine dreiviertel Million Menschen jährlich werden durch die Krankheiten getötet, die Stechmücken übertragen.

 

Kriebelmücken

Kriebelmücken sehen eher aus wie Fliegen und sind mit ihren etwa sechs Millimetern Länge durchaus unauffällig. Ihre Stiche sind aber oft schmerzhaft und die Einstichstellen anfällig für Entzündungen. Denn Kriebelmücken sind sogenannte „Poolsauger“, die mit ihren Mundwerkzeugen Wunden in die Haut ritzen, in denen sich ein Pool aus Blut bildet, den sie dann aussaugen.

 

Bremsen

Auch Bremsen zählen zu den Blutsaugern. Haben sie sich ihr Ziel ausgesucht, sind sie äußerst hartnäckig und schwer zu vertreiben. Zu finden sind sie nicht nur auf der Pferdekoppel, sondern häufig auch in der Nähe von Gewässern. Und ja, Bremsen können problemlos durch Kleidung stechen – nur besonders dicke Stoffe halten sie davon ab.

 

Wenn der Insektenstich eine allergische Reaktion auslöst

Auch wenn nicht alles stimmt, was über die Insektenstiche erzählt wird, sollte man die Gefahren nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Jeden Sommer sterben rund 20 Personen an den Folgen einer allergischen Reaktion auf Insektengift von Wespen und Bienen“, erklärt die Allergologin und Dermatologin Prof. Margitta Worm von der Charité in Berlin. „Die Dunkelziffer ist sogar weit höher, da ein allergischer Schock zum Beispiel zu Autounfällen führen kann, dann aber nicht als Ursache erkannt wird“, so die Expertin.

Rund ein Viertel aller Deutschen weist gesteigerte Reaktionen an der Stichstelle von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln auf. Bei etwa 2,8 Millionen besteht die Gefahr eines allergischen Schocks, der zu Herz-Kreislauf-Versagen führen kann. Klarheit über eine Allergie bringt der Besuch beim allergologisch tätigen Arzt. Wird diese diagnostisch bestätigt, kann er eine entsprechende Therapie, wie die Allergie-Impfung oder Hyposensibilisierung, einleiten.

Unabhängig von einer Allergie ist es sinnvoll, sich vor Stichen und Bissen zu schützen. Denn jeder, der einmal gestochen wurde, kann eine Allergie gegen Insektengift entwickeln.

Weitere Informationen zur Feststellung und Behandlung von Insektengiftallergien unter www.insektengiftallergie.de.

Die Initiative Insektengiftallergie bietet Patienten, Angehörigen und Interessierten Informationen rund um Allergien auf Stiche von Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln. Ziel der Initiative ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren von Insektenstichen, die Auslöser sowie die Behandlung der daraus resultierenden Allergie.

Titelfoto / Bienen: Wenn sie uns stechen, ist das ihr Ende. / Foto: pixabay.com / Oldiefan

 

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